
Der Verein 1935

Heinrich Brenner wirkte 46 Jahre lang als Kapellmeister von 1880 - 1926.

Alex Brenner leitete den Verein von 1926 - 1948.

Josef Bender leitete den Verein von 1946 - 1968.

Der Verein 1983.

Rudolf Zart leitete den Verein von 1959 - 1983.

Der Verein 1991
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Unsere Vereinsgeschichte
Der Musikverein "1871" Niederfischbach, Mitglied des
Deutschen Volksmusikerbundes, ist der älteste Musikverein des Kreises
Altenkirchen.
Damit Ihr, liebe Musikfreunde, euch unserem Verein vertraut fühlen könnt,
geben wir Euch ein kurzen Überblick
über dessen Geschichte.
Die Vereinsgründung fiel in die Zeit nach dem Ende des
deutsch-französischen Kriegs 1870/71. Militärmusikmeister Adolf
Mann, der beim Einzug der preußischen Truppen in Paris in der
Militärkapelle mitwirkte, hatte hieran entscheidenden Anteil.
Sicher wurde schon vorher Musik im Asdorftal gemacht. Das geht aus
einem Dokument aus dem Jahr 1879 hervor, als der Verein "alten
Musikern" eine Trommel abkaufte. Diese hatten also schon lange vor der
Gründung des Musikvereins "mit Pauken und Trompeten" musiziert.
Es waren meist Berg- und Hüttenleute, die in den zahlreichen Eisen- und
Silbergruben oder den "Eisenschmelzen" der Umgebung arbeiteten, die
in ihrer knappen Freizeit musizierten und den Verein mitgründeten.
Der junge Verein fand in Musiklehrer Philipp Knüppel seinen
ersten Leiter und Ausbilder. 1873 folgte ihm Peter Schuster, der drei Jahre
die Musikkapelle führte.
1876 übernahm Adolf Mann den Dirigentenstab. Vermutlich war er zu diesem
Zeitpunkt pensioniert worden und fand jetzt mehr Zeit, privat zu musizieren.
Er brachte "durch militärischen Schliff, ausgeprägt durch
Fleiß und Genauigkeit in der Übung, den Musikverein auf eine
beachtliche Höhe", wie es damals formuliert wurde. Adolf Mann
war auch um den Fortbestand des Vereins besorgt und hinterließ, als er
1880 den Taktstock aus der Hand legte, nicht nur einen geschulten
Klangkörper, sondern hatte auch einen kompetenten Nachfolger
"aufgebaut": Heinrich Brenner, Mitgründer des Vereins,
wirkte 46 Jahre lang als Kapellmeister!
Er prägte den Verein derart, daß dieser inoffiziell bald seinen
Namen trug und im Volksmund "Brennersche Kapelle"
genannt wurde. Vielseitig war die Art der Auftritte. Die Kapelle gab Konzerte,
spielte bei Kirmesveranstaltungen, Feuerwehr-, Sänger-, Gesellen-,
Turner-, Krieger-, Knappen- und Schützenfesten, umrahmte Tierschauen
musikalisch, trat sogar als Zirkusorchester auf,
musizierte bei Hochzeiten, Fastnachts- und Maifeiern und bei zahlreichen
anderen Anlässen.
Hierzu gehörten alljährlich die Feiern zu "Kaisers Geburtstag"
und andere patriotische Anlässe. So wurde im März 1913 "
zur Erinnerung an die Gedenktage der
Befreiungskriege 1813" und im Juni des gleichen Jahres zur
"Jubiläumsfeier des Kaisers" musiziert. Die musikalische
Umrahmung kirchlicher Feiern war für Niederfischbachs Musiker stets
selbstverständlich. Fronleichnamsprozessionen,
Martinszüge, besondere kirchliche Feste wie Erstkommunionfeiern und
Pilgerfahrten wurden musikalisch umrahmt. An der Liboriusprozession in
Weidenau nahmen Niederfischbachs Musiker jahrelang teil. In den Kriegsjahren
1914 bis 1918 war diese Prozession der einzige Auftritt der Kapelle
außerhalb der Gemeinde.
Kameradschaftspflege war für die Musiker stets eine
wichtige Aufgabe in ihrer Vereinsarbeit. Regelmäßig wurden
Kaffeekränzchen, Wanderungen oder Ausflüge gemacht. Im Januar 1921
veranstaltete der Verein mit dem 50jährigen Jubiläum sein erstes
größeres Fest.
Als Heinrich Brenner 1926 aus Altersgründen
die musikalische Leitung des Orchesters aufgab, war die "Ära
Brenner" noch nicht beendet. Sein Sohn Alex Brenner, auf der
Musikhochschule Köln fachlich ausgebildet,
übernahm die Stabführung und leitete den Verein bis 1948.
Auch während des Zweiten Weltkriegs erlahmte die Vereinsarbeit nicht
völlig. In den ersten Jahren wurde bei kirchlichen Anlässen auch
noch musiziert. Schon im Sommer 1945 nahm das Orchester die Probenarbeit
wieder auf und gab Anfang 1946 das erste Konzert nach dem Krieg.
Von 1946 bis 1968 war Josef Bender, von 1959 bis 1983 Rudolf Zart
Kapellmeister. In diese Zeit fielen die Jubiläumsfeiern
anläßlich des 75-, 80-, 90-, 100- und 110-jährigen Bestehens.
Besonders das 100jährige Jubiläum, ein fünftägiges Fest
unter Mitwirkung des Heeresmusikkorps aus Düsseldorf, war ein besonderer
Glanzpunkt.
Seit 1983 leitet Johannes
Leitner das Orchester. Er ist Berufsmusiker und gehört zum Ensemble der
Oper Dortmund, stammt jedoch aus Niederfischbach und hatte seinen ersten
Musikunterricht von einem Ausbilder des Vereins erhalten. 1988 gelang es dem
Musikverein Niederfischbach beim Bundeslaienorchester-Wettbewerb "
Landessieger Rheinland-Pfalz" zu werden.
Hierdurch war das Orchester startberechtigt beim Bundesentscheid in Berlin.
Fünf Tage lang musizierten Niederfischbachs "Tonkünstler"
zusammen mit den besten deutschen Orchestern in der damals noch geteilten
Hauptstadt - einer der Höhepunkte in der
Vereinsgeschichte.
Nach dem glanzvollen 100jährigen Jubiläum war das Interesse Jugendlicher an der
Musikausbildung groß.
Der damalige zweite Kapellmeister Emil Zart gründete daraufhin ein
Jugendorchester, das bis heute dem Blasorchester ein wertvoller
"Jungbrunnen" ist. Wenn heute ein junger Musiker
ins Blasorchester wechselt, verfügt er schon über
Orchestererfahrung. Nach Emil Zart dirigierte Johannes Leitner das
Jugendorchester, bis er zum Kapellmeister gewählt wurde. Danach übernahm
Manfred Hof dessen Leitung. Als dieser - wie vor ihm schon viele
Vereinskollegen - Berufsmusiker wurde, übernahm Andreas Glöckner
die Leitung des Jugendorchesters. Heute leitet Wolfgang Mertens die neu
gegründete Jugendkapelle die aus ca. 30 neu Anfänger besteht.
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